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Kanurennsport Wasser ist sein Element

Von mabo | 01.08.2018, 12:00 Uhr

Der Rostocker Jan Ole Prager ist Kanurennsportler und Norddeutscher Meister. Er hofft auf eine Nominierung für das Junioren-Nationalteam.

Den Wind im Gesicht spüren. Das Wasser fliegt in vielen kleinen Tropfen durch die Luft und spritzt Jan Ole Prager ins Gesicht. Der Kanute fühlt sich auf dem hektischen Nass pudelwohl. „Das Gefühl auf dem Wasser ist einmalig – man spürt die Freiheit“, sagt der 16-Jährige. „Seit ich klein war, habe ich das Wasser geliebt – das ist mein Element.“

Sein geliebtes Gefährt, das zwölf Kilogramm schwere Kanu, trägt er gerne den Steg entlang, um dann auf die Warnow zu fahren. Bei den Kanufreunden Rostocker Greif trainiert er. Aber nicht mehr lange. Bald zieht es ihn gänzlich nach Hannover. Denn ab dem neuen Schuljahr besucht er dort das Internat – und startet dann auch für den Hannoverschen Kanu-Club von 1921. „Es ist ganz gut, dass ich dort gleichaltrige Trainingspartner habe. Das gibt mir noch einen besonderen Ansporn“, erklärt er seine Entscheidung. Aktuell muss er sich oft mit Älteren messen. Seine hohen Ziele untermauerte er zuletzt bei den Norddeutschen Meisterschaften in Wolfsburg , wo er acht Goldmedaillen und einmal Silber im Einer über 200, 500, 1000 und 5000 Meter holte.

Seit Juni 2016 geht er voll im Kanurennsport auf. Zuvor war seine Leidenschaft Kanu-Polo bei den früheren
Lederhexen im Flussbad. Schnell wechselte er zu Ramona Portwich als Trainerin. Diese hat ihm auch die Station Hannover aus eigener Erfahrung empfohlen.

Aber was braucht es, um im Kanu-Sport erfolgreich zu sein? „Man muss den Willen besitzen, sich zu belasten und auch im Training mal an die Grenzen zu gehen. Man braucht ein gutes Körpergefühl und muss sich selbst richtig einschätzen können“, sagt Jan Ole Prager. Auch die Technik ist entscheidend für einen guten Ausgang bei einem Rennen. Der Experte erklärt: „Man muss das Paddel relativ weit ins Wasser stoßen und dann auf Höhe der Hüfte herausholen. Den größten Teil der Strecke sollte es steil im Wasser sein.“ Ungefähr achtmal in der Woche geht er aufs Wasser, um diese Technik zu perfektionieren.

So will er seine großen Ziele erreichen: zunächst bei den Deutschen Meisterschaften Ende August in Hamburg vorne mit dabei sein. Damit will er sich für die Olympic Hope Games Ende des Jahres qualifizieren.

Für das kommende Jahr ist sein Ziel und Traum, für die Junioren-Nationalmannschaft nominiert zu werden.

„Es ist ein großes Ziel, das machbar ist, aber es ist trainingsintensiv und bedeutet viel Arbeit“, sagt Jan Ole Prager.