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Rudern Wir fahren durch die Idylle

Von bjar | 30.08.2018, 10:37 Uhr

Warum der Mannheimer Simon Klüter bei den U23-Europameisterschaften auch Rostock vertritt

Neben der „richtigen“ Rostockerin Paula Stolzmann, die im Vierer ohne Steuerfrau startet, hat die Hanse- und Universitätsstadt in Simon Klüter einen weiteren Vertreter bei den U23-Europameisterschaften im Rudern am Sonnabend und Sonntag in Brest (Weißrussland). Der kommt zwar aus dem Süden und fährt für den Mannheimer RV Amicitia von 1876, studiert jedoch an der Ostseeküste Medizin und ist auch Mitglied des hiesigen ORC. Simon nimmt an den EM im Leichtgewichts-Einer teil. Dafür darf sich der 1,82 Meter große 22-Jährige bis zu 72,5 Kilogramm „leisten“, und genau dieses Maximalgewicht bringt er auch auf die Waage. „Aufs Essen muss ich schon achten, zumal ich im Mannschaftsboot sogar nur 70 Kilo wiegen darf“, gesteht er. „Vor allem im Frühling, wenn die Winterpfunde runter müssen, kann das ganz schön hart sein. Aber mit ausreichend Disziplin und gesunder Ernährung kriege ich das ganz gut hin.“

Gerade weil sich Klüter bei den U23-WM Ende Juli in Poznan mit der Rolle des Ersatzmanns zufrieden geben musste, „will ich jetzt zeigen, was in mir steckt. Mein Ziel ist es, auf jeden Fall ins Finale zu fahren und dann am besten noch eine Medaille zu gewinnen. Ich versuche einfach mein Bestes zu geben und tolle Rennen zu zeigen.“

In seiner derzeitigen Heimat fühlt sich der künftige Kardiologe, Sportmediziner oder… – es wird sich zeigen, noch hat er mindestens fünf Jahre Studium vor sich – längst zu Hause: „Ich wohne in der KTV zusammen mit meiner Freundin Julia. Am besten gefällt mir hier die Nähe zum Meer und die Idylle auf der Warnow beim Training. Wir fahren durch die Natur, das war in Mannheim anders, da waren links und rechts des Flusses meistens Hafenanlagen oder Industrie. Auch die Professionalität, die ich hier in Kessin erlebe, kannte ich von zu Hause nicht. Dort war mein Trainer ebenso Student und nicht wie René Burmeister hauptamtlich.“

Letzterer wird ebenfalls in Brest zugegen sein. Dort trägt der Coach vom Olympiastützpunkt MV die Verantwortung für das Boot mit Paula Stolzmann, das versuchen soll, das A-Finale zu erreichen. Zu den Aussichten von Simon Klüter meint er: „Ich traue ihm zu, dass er um eine Medaille kämpfen kann. Wichtig für ihn ist, dass er gut in den Wettkampf reinkommt und sich dadurch hoffentlich das Selbstbewusstsein holt. Simon hat sehr gut trainiert, und ich wünsche mir für ihn, dass das mal belohnt wird.“