Schweriner SSC : Nur der Teambus streikt

Auch wenn mal ein Suhler Angriffsball die SSC-Mädels am Netz – hier Marie Schölzel (l.) und Louisa Lippmann – passieren konnte, geriet der SSC-Sechser nie ernstlich in Gefahr.
Auch wenn mal ein Suhler Angriffsball die SSC-Mädels am Netz – hier Marie Schölzel (l.) und Louisa Lippmann – passieren konnte, geriet der SSC-Sechser nie ernstlich in Gefahr.

SSC entledigt sich der Auswärtsaufgabe gegen Suhl in Meiningen mit einem souveränen 3:0 (21, 12, 15).

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05. November 2017, 21:00 Uhr

Von der Meininger Multihalle war Trainer Felix Koslowski angetan. Nicht nur wegen des 3:0-Sieges (21, 12, 15) seiner SSC-Volleyballerinnen. Nach Meiningen hatte sein ehemaliger Verein für diese Saison umziehen müssen, da der Umbau der Suhler „Wolfsgrube“ nicht termingerecht fertig wurde. „Es ist wirklich schön hier“, meinte Koslowski, „die Stimmung kann sich sehen lassen.“

Gerade einmal 71 Minuten hatte seine Mannschaft benötigt, die „gast“gebenden Suhlerinnen vor 1100 Zuschauern sicher in ihre Schranken zu verweisen. Dabei hatte der Tag in Meiningen für den deutschen Meister nicht gut begonnen, streikte doch der SSC-Teambus auf dem Weg zur Halle, wollte partout nicht anspringen. Doch nach dem Spiel lief er, einem eigens herbeigeholten Meininger Reparaturservice sei dank.

Auch das Spiel selbst hatte für den SSC gar nicht so toll begonnen, sahen sie sich doch bei den technischen Auszeiten mit 5:8 und 13:16 in Rückstand. Doch – und das war durchgehend zu beobachten – es schien den SSC überhaupt nicht zu kümmern. In aller Seelenruhe zogen sie weiter ihr Spiel auf, hatten sich jetzt besser auf jenes des Gegners eingestellt und brachten in der Schlussphase jeden Suhler Ball zurück ins Spiel. Vor allem die auch zur wertvollsten Spielerin gewählte Topscorerin Louisa Lippmann (15 Punkte) tat sich in dieser Phase hervor, sah immer wieder die Lücken, lupfte, drosch und hämmerte immer wieder genau in die Wunde hinein.

„Meine Mädels haben momentan einfach ein riesiges Selbstbewusstsein“, kommentierte Felix Koslowski jene Spielphase. Das sah auch sein Gegenüber Han Abbing so: „Schwerin hat uns heute leider immer wieder zu Fehlern gezwungen, das machen sie clever“, so der Holländer.

In den folgenden beiden Sätzen mussten die Gäste nichts mehr drehen, war doch nun jegliche Ordnung im Spiel der Suhlerinnen dahin. Wann immer es unsichere Aktionen gab, Gewusel am Netz, es war auf Seiten des VfB. Ein Umstand, der dem Meister in die Karten spielte – sofern er das überhaupt gebraucht hatte. Und das, obwohl Felix Koslowski auf Jennifer Geerties verzichten musste, die Nationalspielerin hatte sich eine Fußverletzung zugezogen. Auch Mittelblockerin Lauren Barfield hatte kurz vor Anpfiff passen müssen, sie hatte sich beim Aufwärmen den Fuß verdreht. Doch auch die Umstellungen sollten den SSC-Spielfluss nur marginal stören. Ab dem zweiten Satz etwa drehte Marie Schölzel auf, machte sieben Punkte, zog immer wieder mehrere Abwehrspielerinnen auf sich – um dann doch wieder eine Finte zu schlagen.

Damit grüßen die Schwerinerinnen weiterhin ungeschlagen an der Tabellenspitze, während der VfB Suhl noch immer auf den ersten Sieg und auch den ersten Punktgewinn der laufenden Saison wartet.

Claudia Fehse

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