Weltweite Trauer : Kobe Bryant: Basketball-Legende und Tochter sterben bei Hubschrauber-Absturz

Kobe Bryant und seine Tochter Gianna bei einem Match der Lakers Ende Dezember.
Kobe Bryant und seine Tochter Gianna bei einem Match der Lakers Ende Dezember.

Die Sportwelt trauert: Der ehemalige US-Basketballer Kobe Bryant ist bei einem Hubschauber-Absturz ums Leben gekommen.

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26. Januar 2020, 21:37 Uhr

Die Sportwelt steht unter Schock. Der ehemalige Basketball-Superstar Kobe Bryant ist am Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz in Kalifornien tödlich verunglückt. Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, bestätigte am Mittag (Ortszeit) das Helikopter-Unglück nahe Los Angeles. "LA trauert mit der Familie Bryant", twitterte er. Die Polizei teilte in einer Pressekonferenz mit, dass neun Menschen ums Leben gekommen sind, nannte aber keine Namen. Laut Angaben des Bürgermeisters war auch Bryants 13 Jahre alte Tochter Gianna unter den Opfern. Bryant war verheiratet und Vater von vier Töchtern.

"Das sind schreckliche Nachrichten", twitterte US-Präsident Donald Trump.


Die nordamerikanische Profiliga NBA würdigte Bryant als "einen der außergewöhnlichsten Spieler" der Basketball-Geschichte. Die NBA-Familie sei "am Boden zerstört", dass Bryant und dessen Tochter Gianna tragisch gestorben seien, teilte Liga-Commissioner Adam Silver mit. Zunächst hatte das US-Klatschportal TMZ über den Tod des 41-jährigen ehemaligen Topstars der Los Angeles Lakers berichtet.


Bryant war mit seiner Tochter und weiteren Passagieren laut Angaben mehreren US-Medien auf dem Weg zu einem Basketball-Turnier in dem Ort Calabasas unweit von Los Angeles. Zu den neun Passagieren, die alle ums Leben kamen, zählte auch der langjährige Baseball-Trainer des Orange Coast College, John Altobelli, seine Frau und die gemeinsame Tochter Alyssa. Sie spielte im gleichen Basketball Team wie Bryants Tochter Gianna.

Bei nebligem Wetter war die Maschine vom Typ Sikorsky S-76 am Morgen (Ortszeit) abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Dieses Feuer habe es den Rettungskräften erschwert, zum Unglücksort zu gelangen, berichtete die "Los Angeles Times" unter Berufung auf einen Sprecher. Die Zeitung zitiert weitere Quellen, wonach der Hubschrauber in Orange County gestartet war, dem Wohnort Bryants im Südosten von Los Angeles, Calabasas liegt etwa 30 Kilometer westlich von der Stadt.


Bryant war einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Profis der Basketball-Geschichte. Auch die deutsche Legende Dirk Nowitzki zeigt sich hart getroffen: "Du hast so viele auf der Welt inspiriert, mich eingeschlossen", so der deutsche Basketball-Superstar, der seinen Beileidstweet mit "Mamba" überschrieb. "Du wirst immer vermisst werden. Du wirst immer in Erinnerung bleiben. Du wirst immer geliebt werden. Ruhe in Frieden mit deinem Engel Gigi", schrieb der 41-jährige Nowitzki und brachte sein Beileid für Bryants Familie zum Ausdruck.

NBA-All-Star Bryant

Fünf Titel holte Bryant mit seinen Los Angeles Lakers, wurde 15-mal ins beste Team der NBA gewählt – keinem gelang dies häufiger. 81 Punkte erzielte der knapp zwei Meter große Shooting Guard einmal in einer Partie 2006. Seine 33.643 Zähler in regulären Saisonspielen werden nur von Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und LeBron James übertroffen – letzterer zog erst am Samstag (Ortszeit) an Bryant auf Platz drei der Bestenliste vorbei.

Triumph im letzten Spiel

Auch wenn Bryant gegen Ende seiner Laufbahn nicht mehr an seine Glanzzeiten anknüpfen konnte und mit LA immer wieder die Playoffs verpasste, gelang ihm doch ein hollywoodreifes Ende. Im Alter von 37 trumpfte er in seinem letzten Spiel noch einmal mit 60 Punkten auf und ließ sich im goldenen Konfettiregen von Stars wie Lakers-Edelfan Jack Nicholson, Jay-Z und David Beckham feiern.

"Kannst diese Story nicht besser schreiben"

"Wie viele Kinder können sagen, dass sie für ihr Lieblingsteam spielen und ihre ganze Karriere dort verbringen durften", schwärmte Bryant anschließend. "Du kannst diese Story nicht besser schreiben." Bryant wuchs als Sohn des damaligen NBA-Spielers Joe Bryant auf und zog mit seiner Familie in seiner Kindheit und Jugend zeitweise nach Italien, als sein Vater dort aktiv war. Seine Eltern benannten ihn nach dem Kobe-Steak, das sie laut offizieller NBA-Biografie auf einer Speisekarte gesehen hatten.

1996 kam Bryant in die NBA, ohne zuvor ein College besucht zu haben. Die Lakers sicherten sich die Rechte an dem großen Talent, nachdem sie ein folgenreiches Tauschgeschäft mit den Charlotte Hornets einfädelten.

Zur Person

Die Karriere des Kobe Bryant

Kobe Bryant war einer der größten Basketballer der Sport-Geschichte. Die wichtigsten Zahlen zu dem früheren Flügelspieler, der 20 Jahre in der NBA für die Los Angeles Lakers auflief.
48.637 – Minuten spielte Bryant in den regulären Saisons seiner NBA-Karriere, Platz sieben der Bestenliste
33.643 – Zähler erzielte Bryant während seiner NBA-Zeit in den regulären Saisons, nur Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und LeBron James punkteten mehr
81 – Punkte erzielte Bryant 2006 gegen die Toronto Raptors (122:104). Auf mehr Zähler in einem NBA-Spiel kam nur Wilt Chamberlain mit 100 Punkten.
25 – mal erreichte Bryant in einem Spiel 50 oder mehr Punkte, nur Wilt Chamberlain (118) und Michael Jordan (31) waren besser
15 – mal startete Bryant im All-Star-Spiel, geteilter NBA-Rekord
11 – mal wurde Bryant in das beste Team der NBA gewählt, geteilter NBA-Rekord
5 – NBA-Titel gewann Bryant mit den Los Angeles Lakers


Schon früh in seiner Karriere nahm sich Bryant den besten Basketballer der Geschichte, Michael Jordan, als Maßstab, strebte mit unbändigem Ehrgeiz nach seiner Größe. An der Seite des imposanten Centers Shaquille O'Neal gewann Bryant von 2000 bis 2002 seine ersten drei NBA-Meisterschaften, sein Co-Star wurde jedoch jedes Mal als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet.

Schon während der gemeinsamen Zeit gab es Spannungen zwischen dem Duo, bis es sich endgültig verkrachte. O'Neal verließ die Lakers, die nun endgültig Bryants Team waren. Es dauerte sieben Jahren bis der nun gereifte Flügelspieler seine vierte Meisterschaft holte und sich direkt im Folgejahr mit Nummer fünf endgültig den Legendenstatus sicherte.

"Mamba Out"

Seine Verabschiedung nach seinem letzten Spiel, als er mit Bezug auf seinen Spitzennamen die Worte "Mamba Out" sprach und das Hallenmikrofon niederlegte, erreichten ikonischen Status und wurden selbst vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama imitiert. Nun sorgte die Nachricht von Bryants Tod für einen Schock, der weit über die Basketballwelt hinausging.

Nicht nur die Basketballwelt trauert. Kurz nach dem Bekanntwerden vom Tod Bryants reagierten Menschen weltweit und aus allen Bereichen mit großer Bestürzung – eine Übersicht:

Der heutige NBA-Profi Joel Embiid :

"Mann, ich weiß nicht mal, wo ich anfangen soll. Ich habe angefangen, (Basket-)Ball zu spielen wegen KOBE, nachdem ich die Finals 2010 gesehen habe. Ich hatte vorher niemals Basketball geschaut und die Finals waren der Wendepunkt meines Lebens. Ich wollte wie Kobe sein Ich bin verdammt traurig jetzt gerade!!!! RIP LEGENDE"


Der frühere NBA-Profi Dennis Rodman:

"Niedergeschmettert, die Nachricht vom Tod meines Freundes @kobebryant zu hören. Gebete gehen an seine Frau Vanessa und seine Kinder und die @Lakers Familie."


Star-Quarterback Tom Brady:

"Wir vermissen dich jetzt schon Kobe"


Die englische Fußball-Legende Gary Lineker:

"Oh nein. Wie schrecklich. Einer der größten Sportsmänner unseres Lebens. Absolut tragisch."


Der deutsche Fußballverein Borussia Dortmund:

"Borussia Dortmund spricht der Familie und den Angehörigen von Kobe Bryant sein aufrichtiges Beileid aus."


Der deutsche Fußballverein Bayern München:

"RIP"


Der Deutsche Basketball-Bund (DBB):

"Rest in peace, Kobe Bryant"


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