Olympia : Zwei MV-Jungs in Sotschi am Start

Marko Hübenbecker
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Marko Hübenbecker

Bobfahrer Marko Hübenbecker aus Anklam und Eiskunstläufer Robin Szolkowy aus Greifswald auf olympischer Medaillenjagd

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07. Februar 2014, 08:13 Uhr

Die Wiege des einen stand in Anklam, der andere erblickte in Greifswald das Licht der Welt – was beiden gemeinsam ist: Bob-Anschieber Marko Hübenbecker und Eiskunstlauf-Star Robin Szolkowy halten als Einzige bei den heute beginnenden Winterspielen in Sotschi die Fahne Mecklenburg-Vorpommerns hoch.

Mehr oder minder jedenfalls, denn im Falle des männlichen Teils des Chemnitzer Eiskunstlauf-Traumpaares Aljona Savchenko/Robin Szolkowy ist da zugegebenermaßen eine gehörige Portion Wunschdenken von uns Nordlichtern im Spiel. Der am 14. Juli 1979 geborene Sohn einer deutschen Krankenschwester und eines zu DDR-Zeiten in Greifswald Medizin studierenden Tansaniers stünde uns mit seinen vier Welt- und vier Europameistertiteln im Paarlauf wahrlich gut zu Gesicht. Und brächten die Bronzenen von Vancouver 2010 wieder Edelmetall mit nach Hause, dann würden wir großzügig darüber hinwegsehen, dass Klein-Robin mit seiner Mama schon im Alter von vier Jahren nach Erfurt zog. Erst in Thüringen – und leider nicht schon in unseren Breiten – begann er auch mit dem Eiskunstlauf, ehe er schließlich im Duo mit der gebürtigen Ukrainerin Savchenko in Sachsen unter Trainer Ingo Steuer zur Weltklasse reifte und beide zum aktuell erfolgreichsten Eiskunstlaufpaar der Welt wurden. Und wie gesagt: Wenn am kommenden Mittwoch die Kür der Paare das erhoffte Ergebnis bringt, sollten wir in MV beim Medaillenzählen nicht kleinlich sein und das ein oder andere Auge zudrücken.

Ganz ohne Augenzudrückerei können wir den werdenden Papa Marko Hübenbecker (Marko im NDR-Nordmagazin: „Die Geburt wird neben Olympia das zweite Highlight in diesem Jahr.“) als unseren Mann in Sotschi bezeichnen. Der mit glatt zwei Metern größte und mit 114 Kilo schwerste deutsche Olympiakämpfer in den Bergen rund um den russischen Schwarzmeerkurort ist ein echter Norddeutscher.

Hier wuchs er auf, hier hat der am 14. Juni 1986 Geborene, der schon als 14-Jähriger die Zwei-Meter-Marke knackte, seine sportlichen Wurzeln. In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends stieß das seinerzeit hoffnungsvolle Leichtathletik-Talent des SC Neubrandenburg die Kugel und warf auch den Diskus gleich um mehrere Meter weiter als die MV-Konkurrenz in den Jugendklassen, zählte außerdem zu den besten Sprintern, Hürdenläufern und Weitspringern des Landes.

Siebenmal stand Marko bei deutschen Jugendmeisterschaften auf dem Podest, als B-Jugendvizemeister im Kugelstoßen von 2002 übrigens unmittelbar vor einem gewissen Alexander Rödiger.

Heute sind beide auf Bob- und Schlittenbahn in Oberhof zu Hause und wurden im Vorjahr im Vierer von Pilot Maximilian Arndt gemeinsam mit dem dritten Anschieber Martin Putze sogar Weltmeister.

Damit wäre der Arndt-Vierer für Sotschi eigentlich auf Medaillengewinn gepolt, wenn die deutschen Bobs nach vielversprechendem Start in die Olympiasaison nicht in den vergangenen Wochen aus unerklärlichen Gründen der Konkurrenz vor allem aus den USA und aus Kanada hinterherfahren würden.

Nichts lassen die deutschen Bob-Asse unversucht, haben sich nach den ersten Trainingstagen in Sotschi sogar nach Istanbul zurückgezogen, um mit konzentrierter Vorbereitung für Olympia doch noch die Kurve zu kriegen. Ob es den Hübenbecker & Co. gelingt – bei der Vierer-Entscheidung am Sonntag, den 23. Februar, dem Abschlusstag der Spiele, werden wir es wissen…

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